Berliner Zeitung

WETTSTREIT
Ameisenbär statt Bundesadler

Vielleicht hat Klaus Uwe Benneter ja selbst noch etwas gelernt an diesem Montagabend. Der SPD-Generalsekretär war das prominenteste Jury-Mitglied beim 6. Redewettstreit für politische Junioren. Ausgerechnet Benneter, der in seiner politischen Karriere bisher nicht durch angriffslustige und zündende Reden aufgefallen war. Doch es gibt Hoffnung für die SPD: Siegerin des Wettbewerbs wurde Michelle Schumann von den Jusos.

Die beste Rednerin: Michelle Schumann

Für Michelle Schumann war es ein Start-Ziel-Sieg. Als erste Rednerin ging sie an den Start, und ihre Rede zum Thema "Sollen Vorstandsgehälter offen gelegt werden?" kam bei der Jury gut an. Gerhard Schröder und Franz Müntefering seien ihre rhetorischen Vorbilder, sagte die 24-jährige Studentin. Benneter nannte sie nicht, erzählte aber, dass sie mit ihm beim Kommunalwahlkampf auf der Kirmes schon rote Rosen geschossen habe.

Das Ziel des Wettstreits hatte zu Beginn des Abends Peter Ditko vorgeben. Er ist Leiter der deutschen Rednerschule. "Es geht nicht um Inhalte, sondern um die Redekunst", sagte Ditko. Mal artig, mal frech stellten sich die 16 Kontrahenten vor und redeten zunächst zu einem vorgegebenen politischen Thema. Dann war Schlagfertigkeit gefragt. Über Themen wie "Saure Gurken und Sahnehäubchen in der Politik" oder "Ameisenbär statt Bundesadler" mussten die Wettbewerber Stegreifreden halten.

Rund 200 Gäste, das Fernsehen und eine fünfköpfige Jury sahen sich die Kandidaten an. Den Mannschaftspreis gewannen die Jungen Liberalen - und mussten gleich die Tücken des Medienbetriebs kennenlernen: Am Ende stand die Einzelsiegerin von den Jusos im Mittelpunkt - Mannschaftsgold lässt sich schwerer vermarkten.

Das beste Team: Die jungen Liberalen