Die Welt

Wie sich der Informationsterror beherrschen lässt

(...) „Clipcharts, Animationen – da gibt es nur eins: weg damit!“, sagt Peter H. Ditko, Leiter der Deutschen Rednerschule in Bonn. Bei seinen Schulungen stelle er insbesondere bei unsicheren Rednern und eher technisch ausgebildeten Menschen die Tendenz fest, sich bei Vorträgen hinter einem Sperrfeuer aus Charts und Thesenblättern zu verstecken.

„Eine kurze Begrüßung, ein paar salbungsvolle Schlussworte und dazwischen jede Menge Folien – das ist das Konzept, mit dem viele Mitarbeiter insbesondere großer Unternehmen über die Lande ziehen“, beobachtet Ditko. Doch ohne einen roten Faden und Bezüge auf die Gegebenheiten vor Ort funktioniere die schönste Präsentation nicht.

Besonders schlimm ist aus Sicht von Rhetoriktrainern die Unsitte, nicht nur ausgewählte Charts an die Wand zu werfen, sondern reichlich Text, aufgegliedert in unzählige Unterpunkte. Das liest der Redner dann alles vor. „Was nicht nur unterstellt, dass die Zuhörer nicht lesen können. Es führt in der Regel dazu, dass die Tonspur hinter dem herhinkt, was die Leute gerade lesen“, sagt Ditko. Er rät deshalb zur Selbstdisziplinierung: nur alle zwei bis drei Minuten eine Folie.

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