Frankfurter Rundschau

ZEIGEFINGER VERSUS RUHIGE HAND
Im richtigen Moment die Faust recken, bloß nicht unsicher zur Seite blicken: Wer vom Volk geliebt werden will, muss sich staatsmännisch inszenieren können, sagt Peter Ditko. Der Chef der Deutschen Rednerschule hat für das Magazin Gerhard Schröder und Edmund Stoiber getestet.

Es sind weniger die Argumente, die einzelnen Politikern Plus- oder Minuspunkte einbringen. Diskussionen über volkswirtschaftliche Details langweilen die meisten Menschen. Es sind die scheinbar kleinen Gesten, es ist die Mimik und die Art, wie Gerhard Schröder (SPD) und Edmund Stoiber (CSU) etwas sagen, was den Bürger überzeugt oder abschreckt. "Zu 38 Prozent wählt das Auge, zu 18 Prozent das Ohr", sagt Peter Ditko, Leiter der Deutschen Rednerschule mit Sitz in Berlin, München und Bonn. Nicht umsonst lassen sich manche Politiker optisch aufpolieren, sagt Ditko. Es darf nur keiner wissen, sonst leidet die Glaubwürdigkeit. "Deshalb musste sich der Kanzler des Gerüchts erwehren, seine Haare seien gefärbt."

Hunderte von Politikern erlernten bei Ditko die Kunst der Rede. Deshalb kann sich der "Rhetorik-Papst", wie Zeitungen ihn zuweilen nennen, für das FR-Magazin über die Qualitäten und Fehler Schröders und Stoibers äußern. (...)

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